Start der Verfüllungsarbeiten an der Bohrung Römerberg 0 in Speyer
Das Konsortium aus Neptune Energy und Palatina GeoCon beginnt in dieser Woche mit der Verfüllung der Erdölbohrung Römerberg 0 in der Nikolaus‑von‑Weis‑Straße. Damit startet ein zentraler Schritt im Rückbau einer nicht mehr genutzten Bohrung. Ziel ist es, den Standort langfristig und dauerhaft wieder nutzbar zu machen.
Die Bohrung Römerberg 0 markiert den Beginn der Erdölförderung in Speyer. Ursprünglich wurde sie im Jahr 2003 als Aufsuchungsbohrung für Erdwärme niedergebracht. In rund 2.350 Metern Tiefe fand das damalige Unternehmen jedoch unerwartet Erdöl. Die Bohrung wies damit eine Erdöllagerstätte nach, eine Förderung fand an diesem Standort nicht statt. Für die spätere Produktion errichtete das Konsortium zwei sogenannte Clusterplätze im Randgebiet von Speyer und fördert hier seit 2008 Erdöl. Der Rückbau von stillgelegten Bohrungen ist ein zentrales Aufgabengebiet bei der Förderung von Rohstoffen. Dieser Verantwortung kommt das Konsortium nun nach. Den Rückbau führt Neptune Energy als Betriebsführer durch.
Nachnutzung geprüft
„Unsere Fachleute haben über einen längeren Zeitraum geprüft, ob sich die Römerberg 0 noch für andere Zwecke nutzen lässt“, erläutert Horst Prei, Leiter der Produktion in Speyer. „Da dies nicht der Fall ist, haben wir die endgültige Verfüllung der Bohrung und den vollständigen Rückbau des Bohrplatzes geplant.“
Im Zuge der Arbeiten werden zunächst die in der Bohrung verbliebenen Rohre ausgebaut. Anschließend verschließt das Projektteam das Bohrloch dauerhaft mit speziellen Zementen und mechanischen Barrieren. Diese Verfahren stellen sicher, dass keine Flüssigkeiten oder Gase aus der Lagerstätte austreten können. „Neptune Energy verfügt über umfassende Erfahrung in der sicheren Verfüllung und dem Rückbau von Bohrungen“, betont Prei. „Solche Projekte führen wir deutschlandweit regelmäßig durch. Neben der Förderung von Rohstoffen gehört der fachgerechte Rückbau zu unseren zentralen Aufgaben.“
Bauphasen ähneln üblichen Bautätigkeiten
Die Projektleitung liegt bei Mariana Kohn von Neptune Energy. Sie hebt hervor: „Bei allen Arbeiten stehen die Einhaltung der gesetzlichen Sicherheits und Umweltauflagen sowie eine transparente Information der Anwohnerinnen und Anwohner im Vordergrund.“ Das Konsortium begleitet das Projekt daher mit kontinuierlicher Kommunikation vor Ort. Verteilt wurden unter anderem Informationsflyer in der Umgebung, um frühzeitig über den Ablauf und mögliche Auswirkungen zu informieren. Zudem beschreiben Hinweisschilder die Arbeiten an der Baustelle.
Während der Bauphase kann es zeitweise zu erhöhtem Lkw Verkehr und zu Geräuschen, sowie vermehrter Lichteinwirkung kommen. Diese bewegen sich im Rahmen üblicher Bautätigkeiten. Das Rückbauprojekt ist in mehrere Phasen gegliedert. Nach dem Antransport der technischen Anlagen folgt eine rund vierwöchige Verfüllung der Bohrung. Zeitweise wird hierbei aus technischen Gründen 24 Stunden an sieben Tagen die Woche gearbeitet werden. Anschließend baut das Team innerhalb von etwa drei Monaten den Bohrplatz und den bestehenden Bohrkeller vollständig zurück. Der Abschluss aller Arbeiten ist bis Ende 2026 vorgesehen.
Alle Maßnahmen erfolgen unter Aufsicht der zuständigen Bergbehörde in Mainz. Nach Abschluss der Arbeiten erinnert vor Ort nichts mehr an die frühere Nutzung.
Fakten zum Rückbau Römerberg 0:
• Standort: Nikolaus von Weis Straße, Speyer
• Bohrung: Römerberg 0
• Abgeteuft: 2003
• Tiefe: 2.350 Meter
• Funktion: Aufsuchungsbohrung (keine Förderung vor Ort)
• Projektlaufzeit: Start Juni 2026, Abschluss geplant bis Ende 2026